Zwischen Schichten und Zeit – Traumschichten mit Ölfarben

Veröffentlicht am Kategorisiert als Kreatives Gestalten

Meine „Traumschicht Methode“ wächst.

Was 2024 in den Rauhnächten mit Acrylfarbe, experimentellem Druck und Collage begann, erweitert sich jetzt um eine neue Technik. Ölfarben kommen dazu.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals wieder mit Ölfarben arbeiten werde. Vor über 15 Jahren liebte ich sie – ihre Leuchtkraft, ihre Tiefe, die Art, wie ich Farben auftragen konnte, in sehr dünnen Schichten. Aber dann hörte ich auf. Der Geruch von Terpentin, den ich einst gemocht hatte, störte mich irgendwann. Die wasservermalbaren Ölfarben, die damals verfügbar waren, gefielen mir nicht.

Doch im Dezember 2025 kam etwas Neues in mein Leben: meine Serie „Holding Drops“ – runde, abstrakte Bilder über Verbundenheit. Und plötzlich, wenige Monate später, spürte ich: Acrylmalerei reicht nicht aus. Etwas fehlt.

In diesem Artikel erzähle ich dir, wie Ölfarben meinen kreativen Prozess erweitern und warum „Holding Drops“ ohne sie nicht möglich gewesen wäre.

1. Wie alles begann

Die „Traumschicht Methode“ entstand nicht geplant, sondern aus einem Moment der Schwäche heraus – in den Rauhnächten 2024/25, während einer Lungenentzündung.

In dieser schwierigen Phase begann ich, an einem künstlerischen Kurs teilzunehmen: „Malerische Rauhnächte“ von Wayra Arts. Manchmal konnte ich nur dreißig Minuten arbeiten. Manchmal nur fünf. Die Lungenentzündung ließ mich schnell erschöpfen. Und genau in dieser Begrenzung entstand etwas Neues.

Ich arbeitete intuitiv, ohne Plan. Ich malte mit Acrylfarbe. Dann druckte ich mit Linolschnitten. Ich collagierte bunte Papiere, die ich selbst gefärbt hatte. Und ich kleckste mit Acryltusche.

Schicht für Schicht wuchs mein Rauhnachtsbild „Geborgenheit“. Und Schicht für Schicht entstand eine Methode, die ich später „Traumschicht Methode“ nannte.

Mein erstes Bild nach 15 Jahren Kunstpause: „Geborgenheit“

2. 5 Techniken der „Traumschicht Methode“

Die „Traumschicht Methode“ vereinte bisher fünf Kunsttechniken in einem vielschichtigen Prozess:

  • Technik Nummer 1 – Acrylmalerei: Ich beginne meine Bilder gern mit Acrylfarbe. Sie bietet mir die Möglichkeit, sowohl deckende als auch lasierende Farbschichten aufzutragen. Der Vorteil: schnelle Trocknungszeit.
  • Technik Nummer 2 – Experimentelles Klecksen: Inspiriert von Jackson Pollocks Action Painting lasse ich flüssige Acryltusche oder wässrige Acrylfarbe auf die Leinwand tropfen. Diese zufälligen Farbspritzer verleihen meinen Bildern eine dynamische Note.
  • Technik Nummer 3 – Experimenteller Druck: Ich fertige kleinere Linolschnitte mit abstrahierten Pflanzen- und Tiermotiven an, die ich intuitiv in meine Bilder drucke. Es entsteht ein dichtes Gewebe aus rhythmischen Mustern.
  • Technik Nummer 4 – Experimentelle Collage: Ich gestalte Collagen aus bunten, selbst gefärbten Papieren. Nach dem Trocknen stanze ich runde oder quadratische Formen aus, die ich wie kleine Mosaike einklebe. Manchmal reiße ich das Papier sogar, das ich aufklebe.
  • Technik Nummer 5 – Fotografie: Meine Pflanzenfotografien werden durch Klecksen, Collagieren und manchmal durch Drucken in traumhafte Formen verwandelt.

3. Wie die Methode funktioniert

Das Besondere an der „Traumschicht Methode“: Ich weiß nie vorher, welche Technik als nächstes kommt. Der Prozess entscheidet. Manchmal male ich eine Schicht mit Acryl. Dann drucke ich. Dann klebe ich Papiere. Dann kleckse ich. Es kann auch in einer anderen Reihenfolge ablaufen. Schicht für Schicht verwandelt sich Realität in Traum.

So entstanden meine Serien „It’s growing“ und „Wiegenlieder der Nacht“ – beide mit Acrylfarben, experimentellem Druck, Collage und Klecksen. Der Unterschied besteht darin, worauf ich arbeite: Bei „It’s growing“ ist es besonderes Fotopapier. Bei „Wiegenlieder der Nacht“ arbeite ich auf Leinwand.

„Fröhliche Tropfen“ – Mein erstes Bild aus „It’s growing“
„Eingeschlafen“ aus „Wiegenlieder der Nacht“

4. Als die Methode nicht mehr funktionierte

Die „Traumschicht Methode“ war mir im April 2026 so nicht mehr genug.

Nachdem ich meine zehnte erfundene Pflanze aus „It’s growing“ fertiggestellt hatte, begann ich wieder mit meiner neuen Serie „Holding Drops“: runde Bilder, 20 bis 100 Zentimeter im Durchmesser, abstrakt, bunt und organisch. Ich gestalte dort Tropfen, die Raum halten. Für das, was gerade da ist.

Ich begann mit „Holding Drops“ wie immer: mit Acrylfarbe. Ich malte die erste Schicht. Dann die zweite. Dann die dritte. Mit Drucken und Collagieren. Aber etwas stimmte nicht. Die Farben fühlten sich nicht richtig an. Sie trockneten zu schnell. Sie blieben an der Oberfläche. Sie leuchteten nicht von innen. Die Bilder wirkten stumpf.

Da wusste ich: Für „Holding Drops“ brauche ich etwas anderes.

5. Der Auslöser zur Neuerung

Durch Zufall stieß ich auf eine Künstlerin, die mit Ölfarben Tiefe in ihre Acrylbilder brachte.

Ich war davon fasziniert. Ich dachte: „Das will ich auch versuchen.“ Also kaufte ich wasservermalbare Ölfarben. Nicht die gleichen wie vor 15 Jahren, sondern bessere. Die Farben haben sich weiterentwickelt.

6. Was Ölfarben besser können

Und dann verliebte ich mich wieder. Mit dem ersten Pinselstrich wusste ich, dass ich Ölfarben nicht mehr loslassen werde. Der Pinsel glitt viel weicher über die Leinwand. Das überzeugte mich sofort. Endlich kann ich noch zartere, hauchzarte Schichten legen – viel feiner als mit Acryl.

Ölfarben erlauben mir etwas, das Acryl nicht kann: Farben fließen ineinander. Sie mischen sich organisch auf der Leinwand. Sie leuchten von innen.

Und diesen feinen Unterschied sehe ich sofort, wenn ich das Bild betrachte. Das Bild bekommt mehr Tiefe.

Für „Holding Drops“ – abstrakt, bunt, organisch – sind Ölfarben perfekt.

Mein erster „Holding Drop“ mit Ölfarben: „Buntgras“

7. Die Entscheidung

Ich entschied mich: Ölfarben werden Teil meiner „Traumschicht Methode“.

Nicht für alle Serien. „It’s growing“ bleibt mit Acryl. „Wiegenlieder der Nacht“ auch. Vorerst – obwohl ich manchmal den Impuls verspüre, sofort alle Bilder übermalen zu wollen… damit sie noch besser wirken und damit meine ich, tiefer wirken.

Aber „Holding Drops“ brauchen unbedingt Ölfarben für ihre organische Ausstrahlung. Nur Ölfarben machen „Holding Drops“ möglich.

8. Die „Traumschicht Methode“ erweitert sich

Mit Ölfarben verändert sich meine „Traumschicht Methode“. Jetzt hat sie 6 Techniken:

  1. Acrylmalerei
  2. Ölmalerei
  3. Experimentelles Klecksen
  4. Experimenteller Druck
  5. Experimentelle Collage
  6. Fotografie

9. Was sich ändert

Mit Ölfarben habe ich mehr Auswahlmöglichkeiten, mehr Abwechslung, mehr Tiefe.

Ich entscheide weiterhin intuitiv: Welche Technik kommt als nächstes?

Und ich wähle aus, welche Maltechnik ich einsetzen werde: Acryl für schnelle Schichten, wenn ich nicht warten will. Öl für langsame, leuchtende Schichten, wenn ich Tiefe brauche. Wenn das Bild von innen leuchten soll.

Ölfarben sind langsamer. Sie brauchen Zeit, bevor die nächste Schicht entstehen kann. Ich muss länger warten, bis ich weiter arbeiten kann. Mit den Ölfarben kommt noch mehr Langsamkeit hinzu. Das passt perfekt. Denn Langsamkeit ist einer meiner Werte.

Mit „Holding Drops“ werden Schichten noch langsamer zu Träumen.

Ich gewinne mit meiner persönlichen künstlerischen Arbeitsweise innere Balance zurück. Die „Traumschicht Methode“ hilft mir, mich zu erden. Ich kann auf ruhige und spielerische Weise Überlastungen aus meinem Alltag abbauen.

Und dieses Gefühl überträgt sich auch auf dich, den Betrachter. Neulich schrieb mir Saskia, dass meine Kunst für sie mehr als nur ein Ausdruck ist. Sie empfindet sie als eine Form von innerem Zuhause.

Genau das möchte ich: Kunst, die hält und die Raum gibt. Die dich einen Moment ankommen lässt.


Wenn du sehen möchtest, wie die „Traumschicht Methode“ weiter wächst, begleite mich:

Newsletter „Kunstpause“: Bekomme einmal im Monat Einblicke in mein Atelier, neue Tropfen, Gedanken über Kunst und Verbundenheit.

Serie „Holding Drops“: Entdecke alle bisher entstandenen Tropfen.

Mehr über die „Traumschicht Methode“: Lies meine Artikel, wie ich meine Bilder gestalte: „5 Kunsttechniken, die ich liebe, zu kombinieren“ und „Im Fokus: Die ‚Traumschicht Methode‘ – Mein persönliches Kunstverfahren“


Schichten werden Träume. Und Methoden dürfen wachsen.

Ich teile Links aus vollem Herzen – dafür gibt’s keine Provision.

Von Katrin

ÜBER MICH: "Schichten werden Träume" – das ist meine Methode und meine Kunst. Drei Werte leiten mich: Verbundenheit, Langsamkeit und Stillstand. Sie inspirieren meine künstlerischen Mixed-Media-Serien. Die bekannteste ist "It's growing": 100 imaginäre Pflanzenarten werde ich erschaffen. Wo Arten verschwinden, lasse ich neue wachsen. Jede Pflanze entsteht in meiner "Traumschicht Methode" – Schicht für Schicht, durch Fotografie, Malerei, Collage und experimentellen Druck. In meinem Blog teile ich die Geschichten hinter den Bildern, gebe Einblicke in meinen Alltag als Künstlerin und Mutter und zeige den Weg zu 100 neuen Pflanzen. Mehr über mich findest du hier!

error: Content is protected !!