Im Fokus: Meine Serie „Wiegenlieder der Nacht“

Veröffentlicht am Kategorisiert als Meine kreativen Werke

In den ruhigen Abendstunden, wenn meine Kinder schlafen, male ich. Ich baue meine Materialien vor dem Bettchen meines jüngsten Sohnes auf. Die Stille, die dann entsteht, ist etwas ganz Besonderes.

Die friedlichen Gesichter meiner Kinder strahlen eine beruhigende Ruhe aus. Diese stillen Momente haben mich zu meiner persönlichsten Serie inspiriert: „Wiegenlieder der Nacht„.

1. Schlaf und seine Bedeutung

Schlaf hat für mich eine tiefere, emotionale Bedeutung. Während meiner zweiten Schwangerschaft durchlebte ich eine herausfordernde Zeit, geprägt von gesundheitlichen Problemen, die mich oft in die Notaufnahme des Krankenhauses führten: drei Mal innerhalb von zehn Wochen. In dieser ungewissen Zeit fand ich immer weniger Schlaf. Mein Körper war in Bereitschaft. Er hatte automatisch gelernt, dass jeder Zeit etwas Schlimmes passieren könnte. So sehr ich mich anstrengte, ich fand keine Ruhe mehr. Sorgen kamen dazu, weil Ärzte beunruhigende Diagnosen aufstellten. Zum Glück trafen diese Befürchtungen nicht zu, was sich erst Monate später herausstellte. Die Kostbarkeit von Schlaf und innerer Ruhe lernte ich damals richtig schätzen. Das ist bis heute geblieben. Nur heute kann ich wieder schlafen. Mit Sicherheit haben mir das meine Kinder beigebracht.

Meine Serie „Wiegenlieder der Nacht“ ist eine Hommage an diese stillen, aber kraftvollen Augenblicke. Sie ist meine persönlichste Serie.

Katrin Ratzmann

Enjoy the power of innocence.

2. „Schutz“ und „Geborgenheit“

Begonnen hatte die Serie „Wiegenlieder der Nacht“ mit den beiden Werken „Schutz“ und „Geborgenheit“, die auf einer runden Leinwand mit einem Durchmesser von 60 cm gestaltet sind. „Geborgenheit“ entstand während der „Malerischen Rauhnächte“ von Wayra Arts zum Jahreswechsel 2024/25. Und diese Zeit markierte auch den Beginn meiner Rückkehr zur Kunst nach einer 15-jährigen Pause.

Eine berührende Anekdote zu beiden Bildern: Als mein ältester Sohn entdeckte, dass nur sein Bruder auf dem Bild „Geborgenheit“ abgebildet war, äußerte er den Wunsch, ebenfalls ein Bild von sich zu bekommen. So entstand „Schutz“ etwas später. Es musste das gleiche runde Format und die gleiche Größe haben. Darauf bestand mein Ältester.

Diese kleinen Geschichten zeigen, wie meine Kunst nicht nur meine persönliche Entfaltung widerspiegelt, sondern auch die Verbindung zu meinen Kindern stärkt. „Schutz“ und „Geborgenheit“ sind nicht nur Bilder, sondern Erzählungen von Liebe, Fürsorge und der unzertrennlichen Bindung zwischen Eltern und Kindern.

3. Fortsetzung der Serie: „Eingeschlafen“

Mit dem Bild „Eingeschlafen“ setze ich die Serie fort. Dieses Leinwandbild misst 60 x 42 cm und thematisiert die ruhigen und stillen Momente des Schlafs, die so entscheidend für das Wohlbefinden sind und die Basis für meine wiedergewonnene Lebensfreude schaffen.

Während der Entstehung begegnete mir beim Waldspaziergang ein Weißling, ein weißer Schmetterling. Ich war sofort von ihm fasziniert und wollte ihn unbedingt integrieren. Er flatterte in mein Bild hinein und ließ sich auf der rechten Hand meines Sohnes nieder. Kannst du ihn finden? Falls nicht, ist das nicht entscheidend, da ich ihn nicht in seiner genauen Form dargestellt habe. Vielmehr war es mir wichtig, dass er sich harmonisch in das dichte Farben- und Formengewebe einfügt.

4. Das Bild „Wir“

Ein zentrales Werk dieser Serie ist mein Bild „Wir“. Es spiegelt die besondere Beziehung zu meinem jüngsten Sohn wider, die anfangs von Unsicherheiten während der Schwangerschaft geprägt war. Aufgrund gesundheitlicher Herausforderungen hatte ich lange Zeit keine Möglichkeit, mich über die Schwangerschaft zu freuen. Die ständigen Hiobsbotschaften der Ärzte ließen kaum Raum für positive Gedanken. Erst als sich die Situation stabilisierte, kehrten meine Freude und das Mutterglück zurück.

Anlässlich des zweiten Geburtstags meines Sohnes entstand das Bild, das die Idee unterstreicht: Wir halten zusammen und passen aufeinander auf. Während der Entstehung stellte ich mir oft die Frage: Darf ich uns beide, meinen Sohn und mich, so „lieblich“ darstellen? Doch schließlich gab ich mir die Erlaubnis, diese Zärtlichkeit auszudrücken. Die Inspiration aus meiner Heimat Dresden, wo ich schon in meiner Kindheit anmutige Madonnengestalten in Kirchen und Galerien sah, floss gewiss in mein Werk ein. Ich bin zutiefst von meiner zurückgewonnenen Mutterliebe berührt und wollte diese Emotionen genau so festhalten.

Es sind diese besonderen Augenblicke, die mein künstlerisches Gestalten so wertvoll machen. Bilder erzählen Geschichten: Mein kleiner Sohn erkannte uns, als ich ihm das fertige Bild zeigte, sofort wieder. Er schaute mich an und rief: „Mama, ich!“.

Ein Nachgedanke


Nachdem ich „Wir“ fertiggestellt hatte, stand es einige Zeit in meinem Arbeitszimmer. Ich schaute es immer wieder an.
Und dann kam mir die Idee, die das Bild zu dem gemacht hat, was es heute ist. Ich veränderte es noch einmal, obwohl ich es auf Instagram als fertig erklärt hatte.

5. Wie die Bilder entstehen

Die Bilder dieser Serie entstehen in meiner „Traumschicht Methode“ – Schicht für Schicht, in den stillen Stunden der Nacht. Wenn ich experimentelle Techniken wie Klecksen, Collagieren oder Drucken einsetze, entstehen unerwartete Formen. Neue Techniken kommen hinzu, wenn der Prozess es verlangt. Der Zufall ist mein Begleiter. Jedes Bild trägt Momente in sich: Die Stille über schlafenden Kindern. Die Erleichterung nach schwerer Zeit. Die wiedergewonnene Freude.

Diese Serie verkaufe ich nicht. Die Bilder sind zu persönlich, zu nah. Sie sind ein wichtiger Teil meiner eigenen Geschichte und bleiben bei mir wie ein gemaltes Fotoalbum. Aber sie zeigen, wofür ich stehe: Verbundenheit ist nicht abstrakt. Sie ist konkret, emotional und manchmal verletzlich.

Mein aktuelles Bild „Stille“ wurde in den „Malerischen Rauhnächten“ 2025/26 fertig, ist jedoch nicht mit dem Rauhnachtsbild zu verwechseln.

Erfahre mehr über meine Lieblingstechniken: in meinem Blogartikel „5 Kunsttechniken, die ich liebe, zu kombinieren“.

Ich teile Links aus vollem Herzen – dafür gibt’s keine Provision.

Von Katrin

ÜBER MICH: "Schichten werden Träume" – das ist meine Methode und meine Kunst. Drei Werte leiten mich: Verbundenheit, Langsamkeit und Stillstand. Sie inspirieren meine künstlerischen Mixed-Media-Serien. Die bekannteste ist "It's growing": 100 imaginäre Pflanzenarten werde ich erschaffen. Wo Arten verschwinden, lasse ich neue wachsen. Jede Pflanze entsteht in meiner "Traumschicht Methode" – Schicht für Schicht, durch Fotografie, Malerei, Collage und experimentellen Druck. In meinem Blog teile ich die Geschichten hinter den Bildern, gebe Einblicke in meinen Alltag als Künstlerin und Mutter und zeige den Weg zu 100 neuen Pflanzen. Mehr über mich findest du hier!

error: Content is protected !!