Im Fokus: Die „Traumschicht Methode“ – Mein persönliches Kunstverfahren

Veröffentlicht am Kategorisiert als Meine kreativen Werke

Die „Traumschicht Methode“ ist meine eigene Art zu arbeiten. Sie entstand nicht geplant, sondern aus einem Moment der Schwäche heraus – in den Rauhnächten 2024, während einer Lungenentzündung.

In diesem Artikel erzähle ich dir, wie diese Methode entstand, was sie ausmacht, und warum rhythmische Muster mich so faszinieren.

1. Wie alles begann – Rauhnächte 2024

Weihnachten 2024 kämpften meine Familie und ich mit einer Grippe. Anschließend erkrankte ich noch an einer Lungenentzündung.

In dieser schwierigen Phase begann ich, an einem künstlerischen Kurs teilzunehmen, den ich mir selbst als Weihnachtsgeschenk gemacht hatte: „Malerische Rauhnächte“ von Wayra Arts. Der Kurs war mein Wiedereinstieg in meine Kunstpraxis nach einer sehr langen Pause.

Manchmal konnte ich nur dreißig Minuten arbeiten. Manchmal nur fünf. Die Lungenentzündung ließ mich schnell erschöpfen. Ich lag dann auf dem Sofa und hörte mir die Meditationen des Kurses an. Während der Meditation entwickelte ich mein Rauhnachtsbild gedanklich weiter. Tag für Tag nahm es in kleinen Schritten Gestalt an.

Bereits in der zweiten Rauhnacht hatte ich den spontanen Einfall, das Tuscheporträt meines jüngsten Sohnes mit experimentellem Drucken zu bereichern. Ich holte Linolplatten und Schneidewerkzeuge hervor und schnitt ohne Vorzeichnung frei Pflanzenmotive in die Platten. Dann begann ich mit dem Drucken. Ich verließ mich ganz auf meine Intuition und ließ den Druckfluss entscheiden, wohin ich druckte – eine ganz andere Herangehensweise als beim klassischen Linolschnitt, wo alles im Voraus geplant wird.

Später kam mir die Idee, bunte Papiere auf das Bild zu kleben. Da ich keine passenden Papiere hatte, beschloss ich, meine eigenen anzufertigen – durch expressives Bemalen mit Acrylfarben. Ich erinnerte mich daran, dass ich früher gern runde Formen verwendete, die ich ausstanzte. Also kaufte ich Stanzer und schnitt gleichmäßige, runde Formen in verschiedenen Größen aus.

Diese drei Kunsttechniken – Malen, Drucken und Collagieren – wandte ich abwechselnd an. Ich traf weiterhin intuitive Entscheidungen darüber, welche Technik ich nutzte und wie lange.

In der letzten Rauhnacht war das Bild nahezu vollendet. In den folgenden Tagen nahm ich noch kleine Veränderungen vor.

Das war der Anfang meiner „Traumschicht Methode“.

Mein rundes Rauhnachtsbild „Geborgenheit“: Es zeigt meinen jüngsten Sohn. Das Bild entstand neben dem Bettchen meines schlafenden Kindes.

2. Mixed Media als kreatives Tor

Nach meiner langen Schaffenspause spürte ich deutlich, dass ich nicht mehr auf die gleiche Weise arbeiten konnte wie früher.

Früher war meine künstlerische Praxis stark fokussiert. Ich widmete mich einer einzigen Ausdrucksform in einem Bild, sei es Öl- oder Acrylmalerei, Linolschnitt, Lithografie, Collage oder Fotografie, wie du in meinem Blogartikel „Mixed Media Art oder traditionelle Malerei: Wann ist was besser?“ entdecken kannst.

Heute hat sich meine Perspektive grundlegend gewandelt. Ich wollte neue Wege des Sehens und Gestaltens erkunden. Ich wählte Mixed Media Art als Ausdrucksform – offen für neue Techniken, offen für das, was kommen will.

Wenn du über meine fünf Lieblingstechniken mehr wissen möchtest, lies gern meinen Blogartikel „5 Kunsttechniken, die ich liebe, zu kombinieren“.

3. Was ist die „Traumschicht Methode“?

Die „Traumschicht Methode“ ist meine eigene Mixed-Media- Technik. Sie vereint Fotografie, Collage, Malerei und experimentellen Druck in einem vielschichtigen Prozess. Durch experimentelles Drucken, Klecksen, Übermalen und Collagieren verwandeln sich reale Motive in traumhafte Formen. Schicht für Schicht wachsen Bildwelten, in denen sich Realität und Traum vermischen. Jede Schicht trägt Erinnerungen. Jede Schicht verwandelt, verschleiert, offenbart. Ich weiß nie genau, welche Technik als nächstes kommt. Der Prozess entscheidet. Manchmal arbeite ich mit einer Farbe, die aufgetragen und wieder übermalt wird. Manchmal drucke ich, ohne zu wissen, wohin. Manchmal klebe ich Papiere, die ich selbst bemalt habe.

Anhand meines Rauhnachtsbildes „Geborgenheit“ hast du bereits gesehen, wie der Prozess ablaufen kann. Besonders gefällt mir, dass sich meine ursprüngliche Bildidee während des Prozesses unerwartet verändert. Es ist spannend zu beobachten, wie aus Zufall, Experiment und Intuition ein überraschendes Kunstwerk entsteht. In meiner „Traumschicht Methode“ verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Traum.

Unsicherheiten beim Namen der Methode

Der Name für diese besondere Methode fiel mir erst elf Monate später ein. Zunächst gefiel mir die Bezeichnung „Dreamlayer Methode“ sehr. Doch dann entdeckte ich, dass beispielsweise eine US-Firma ihre Kopfkissen genau so nennt. Das US-Markenrecht erschien mir bei meiner Recherche sehr komplex. Ich erfuhr von dem jahrelangen Marken-Streit „Apfelkind“ zwischen einer Bonner Unternehmerin und dem Weltkonzern Apple. Also änderte ich meine ursprüngliche Idee. Ich entschied mich für „Traumschicht Methode“ – meine neueste Wortschöpfung.

4. Die Themen meiner Kunstwerke

Oft sind meine eigenen Pflanzenfotografien oder stille Momente mit meinen schlafenden Kindern der Ausgangspunkt für meine Kunstwerke.

4.1. Pflanzen

Pflanzen beschäftigen mich seit meiner Kindheit. Der Garten meiner Großeltern war für mich ein Ort voller zauberhafter Blumen, die meine Oma Rosi und ich gemeinsam pflegten. Später entdeckte ich meine Liebe zu botanischen Gärten, die bis heute anhält.

In meinem Blogartikel „3 wertvolle Dinge, auf die ich nicht verzichte“ erzähle ich dir, welche Aspekte meine Kunst maßgeblich prägen.

Wenn ich mich in meine Pflanzenbilder vertiefe, suche ich nach Antworten auf das Artensterben. Ich erschaffe imaginäre neue Arten als poetische Gegenbewegung zum Verlust der biologischen Vielfalt. Die Pflanzen in meinen Bildern verwandeln sich in Fantasiegewächse, die nirgends sonst existieren. Immer mehr meiner erfundenen Pflanzen wachsen auf meinen Bildflächen, und so ist eine Serie mit dem Titel „It’s growing“ entstanden.

Ich zeige dir hier drei Bilder aus der Serie „It’s growing“. Sie heißen: „Orangensternchen“, „Rote Feder“ und „Voller Wunder“.

4.2. Kinder

Neu hinzugekommen ist mein Bildmotiv „Kinder“.

In den Porträts meiner beiden schlafenden Kinder finde ich Ruhe und Achtsamkeit – Momente des Innehaltens, in denen die Welt still wird und neue Kräfte entstehen, besonders nach anstrengenden Tagen an der Schule, während ich Teilzeit als Lehrerin arbeite.

Auch hier wächst eine weitere Serie: „Wiegenlieder der Nacht“. Diese ist meine persönlichste Serie.

Du siehst die Bilder „Wir“ und „Eingeschlafen“.

5. Die Faszination rhythmischer Muster

Oft habe ich mich gefragt, warum mich rhythmische Muster so anziehen, die beim experimentellen Drucken, beim Klecksen und beim Collagieren auf jedem Bild entstehen.

Erst jetzt, während ich meine Kunst in meinen Blogartikeln reflektiere, wird mir bewusst, dass sie mich an die Muster erinnern, die ich in meiner Kindheit sah, als meine Mutter strickte, häkelte oder klöppelte.

Häufig saß ich neben meiner Mutter und beobachtete gebannt, wie sie mit geschickten Händen aus Fäden feste, gleichmäßige Muster formte. Noch heute glaube ich, den beständigen Klang ihrer Stricknadeln, Häkelnadeln oder Klöppel zu hören. Diese Erinnerungen an ihre Handarbeiten inspirieren mich weiterhin und verleihen meinen eigenen künstlerischen Arbeiten eine nostalgische Tiefe.

6. Ein seelischer Prozess

Die „Traumschicht Methode“ ist für mich kein rein technischer, sondern ein seelischer Prozess: Jede Arbeit ist ein achtsamer Akt, ein meditatives Eintauchen in die Welt von Farbe, Struktur und Zufall, inspiriert von pflanzlichen Motiven und stillen Momenten. Ich gewinne innere Balance. Diese Methode hilft mir, mich zu erden. Ich kann auf ruhige und spielerische Weise Überlastung aus meinem Alltag abbauen und mein Gleichgewicht im Leben finden.

Dieses Gefühl überträgt sich auch auf dich, den Betrachter. Neulich schrieb mir Saskia auf Instagram, dass meine Kunst für sie mehr als nur ein Ausdruck ist. Sie empfindet sie als eine Form von innerem Zuhause.

Ich finde Ruhe, indem ich die Welt schichtweise neu erschaffe – bis sie zu träumen beginnt.

Katrin Ratzmann

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Von Katrin

ÜBER MICH: "Schichten werden Träume" – das ist meine Methode und meine Kunst. Drei Werte leiten mich: Verbundenheit, Langsamkeit und Stillstand. Sie inspirieren meine künstlerischen Mixed-Media-Serien. Die bekannteste ist "It's growing": 100 imaginäre Pflanzenarten werde ich erschaffen. Wo Arten verschwinden, lasse ich neue wachsen. Jede Pflanze entsteht in meiner "Traumschicht Methode" – Schicht für Schicht, durch Fotografie, Malerei, Collage und experimentellen Druck. In meinem Blog teile ich die Geschichten hinter den Bildern, gebe Einblicke in meinen Alltag als Künstlerin und Mutter und zeige den Weg zu 100 neuen Pflanzen. Mehr über mich findest du hier!

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