Meine Serie „Holding Drops“ – Wenn Farben halten

Veröffentlicht am Kategorisiert als Meine kreativen Werke

Manchmal ist draußen zu viel. Der Alltag ist zu laut, zu schnell, zu fordernd. Dann entsteht der Wunsch, irgendwo anzukommen. Nicht im Außen. Dort ist kein Platz.

Meine Serie „Holding Drops“ umfasst Kunstwerke, die solchen Momenten Halt geben. Es sind runde Bilder mit einem Durchmesser von 20 bis 100 Zentimetern. Sie sind abstrakt und mit Ölfarben. Sie halten dich, wenn draußen zu viel ist.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie diese Serie entstand – aus Frust, Neugier und der Freude am Experiment. Du erfährst, was die Tropfen bedeuten und warum sie anders sind als alles, was ich bisher gestaltet habe.

1. Entstanden in den Rauhnächten

In den Rauhnächten 2025/26 musste sich etwas verändern. Ich arbeitete an meinem Rauhnachtsbild „Colourful Inside“ und konnte es nicht so fertigstellen, wie geplant. Mein Sohn durfte mitmalen. Er verwendete sehr viel kräftiges Cyanblau. Es ließ sich nicht einfach entfernen.

Aus Frust über dieses Blau wurde etwas anderes. Aus Frust wurde Neugier. Ich ließ das Rauhnachtsbild ruhen, gestaltete weiter und wartete wieder. Dann sah ich ein, ich konnte mein Bild nicht vollenden, weil mich dieser Blauton so überwältigte. Und irgendwann entstand etwas Neues. Ich wollte unbedingt etwas erschaffen und nicht länger verharren.

Statt groß weiterzuarbeiten, begann ich kleiner. Ich fand runde Leinwandplatten in meinem Abstellraum – noch von den Rauhnächten 2024/25, aus der Zeit, in der ich das runde Format für mich entdeckt hatte. Ohne Plan, nur im Experiment mit meiner „Traumschicht Methode“, entstanden nun die ersten zwei Tropfenbilder: „Blautropfen“ und „Schneetropfen“. Sie sind bunt, jeweils 20 Zentimeter im Durchmesser. Und ich spürte: Das ist etwas anderes, etwas Neues. Meine neue Serie war geboren. Nur der Name fehlte noch.

Schneetropfen
Blautropfen

2. Warum rund

Den Namen „Holding Drops“ entdeckte ich erst im April 2026. Es ist eine Serie mit runden Arbeiten zwischen 20 und 50 Zentimetern. Inzwischen darf es größer werden. Ein Meter. Vielleicht mehr.

Die Form mag ich besonders: Kreise, ohne Anfang, ohne Ende. Ein Kreis hat keine Kanten, keine Ecken. Er ist sanft. Er lädt dich ein, hineinzuschauen – nicht hindurchzuschauen wie durch ein Fenster.

Ein Rechteck ist ein Ausschnitt. Ein Rahmen um die Welt.

Ein Kreis ist ein Tropfen. Er hält etwas. Er trägt etwas. Er ist in sich geschlossen und zugleich Teil von etwas Größerem.

3. „Holding Drops“ – Eine Fortsetzung

„Holding Drops“ ist eine Fortsetzung meiner Tropfenliebe. In meiner Serie „It’s growing“ erschaffe ich 100 imaginäre Pflanzenarten, konkret, mit Namen und mit Geschichten. Wo Arten verschwinden, lasse ich neue wachsen. Dort begann meine Liebe zu Tropfen: „Fröhliche Tropfen“ und „Flüsternder Tautropfenklee“ aus „It’s growing“ sind beide inspiriert von der Idee, dass Tropfen etwas tragen und etwas bewahren.

Fröhliche Tropfen
Flüsternder Tautropfenklee

4. Ölfarben – Alte Liebe, neue Möglichkeiten

Im April 2026, nachdem ich meine zehnte erfundene Pflanze für „It’s growing“ fertiggestellt hatte, ging es mit „Holding Drops“ weiter. Zwei weitere Tropfen entstanden: „Buntgras“ und „Flügeltanz“. Schicht für Schicht mit vielen Details, inspiriert von den kleinen Lebewesen da draußen, die mir im Frühling besonders auffielen: Ich fand sogar einen winzigen Marienkäfer, der sich sonnte – erstaunlich.

Bei den ersten beiden Tropfen der Serie griff ich noch zögerlich zu den bunteren Farben, bei diesen – „Flügeltanz“ und „Buntgras“ – sofort.

Neu war auch: Ich kombinierte meine „Traumschicht Methode“ mit Ölfarben. Diese Technik kenne ich aus meinem Kunststudium. Irgendwann hatte ich aufgehört damit zu arbeiten. Der Geruch von Terpentin störte mich. Die wasservermalbaren Ölfarben waren damals keine Alternative für mich.

Heute ist das anders. Ich sah eine amerikanische Künstlerin mit Ölfarben arbeiten und spürte sofort: Ich möchte es noch einmal versuchen. Ich griff wieder zu den wasservermalbaren Ölfarben. Und sie sind heute deutlich besser. Ich habe mich sofort wieder in Ölfarben verliebt. Der Farbauftrag ist weich und samtig. Und ich kann hauchzarte Schichten legen – viel feiner als mit Acryl. Ölfarben erlauben mir etwas, das Acryl nicht kann: Farben fließen ineinander. Sie mischen sich organisch auf der Leinwand. Sie leuchten von innen. Für „Holding Drops“ – abstrakt, bunt, organisch – sind Ölfarben perfekt. Aber sie verlangen etwas von mir: Geduld.

Wie Ölfarben meine „Traumschicht Methode“ erweitern, erfährst du in meinem Artikel „Zwischen Schichten und Zeit – Traumschichten mit Ölfarben“.

Flügeltanz
Buntgras

5. Langsam wachsen lassen

Und ich musste warten. Ölfarben brauchen Zeit, bevor die nächste Schicht aufgetragen werden kann. Ich beginne und sehe langsam, was wächst. Das passt zu meinen Werten: Langsamkeit, Stillstand, Verbundenheit.

„Holding Drops“ entstehen wie „It’s growing“: Schicht für Schicht, nur langsamer, nur tiefer, nur leuchtender. Schichten werden Träume. Auch hier.

6. Leichtigkeit in Farbe

„Holding Drops“ ist bunter als „It’s growing“. In „It’s growing“ arbeite ich mit mehr Naturtönen: Grün, Braun, Blau, Erdtöne – Farben, die die Natur zeigt. In „Holding Drops“ nutze ich alle Farben: Pink, Orange, Türkis, Violett, Gelb. Warum? Weil diese Serie aus Leichtigkeit entstand und aus Freude am Experiment, aus Spaß am Ausprobieren.

Als mein Sohn mit Cyanblau in mein Rauhnachtsbild malte, war ich zuerst frustriert, dann neugierig, dann frei und mutig genug, Farben zu nutzen, die ich in „It’s growing“ nie gewählt hätte. Es ist etwas geblieben: Leichtigkeit braucht Farbe.

Aus Frust wurde Neugier, dann Freude: Meine „Holding Drops“

7. Was dein Tropfen hält

„Holding Drops“ lassen Raum für das, was gerade da ist. Was kann ein Tropfen halten?

Eine Landschaft, die du vermisst. Ein Tier, das dich berührt. Ein Gefühl, das nachklingt. Ein Erlebnis, das dich geprägt hat. Ein Moment, in dem du angekommen bist. Eine Farbe, die dich beruhigt.

Du entscheidest. Du siehst, was du brauchst. Es ist deine Welt.

Du füllst diesen Raum mit deiner Geschichte. Das ist für mich der ursprüngliche Kern von Verbundenheit: Nicht ich sage dir, was du sehen sollst. Du findest selbst, was dich trägt.

Wenn draußen zu viel ist – zu laut, zu schnell, zu fordernd – dann ist „Holding Drops“ ein Ort zum Ankommen. Nicht im Außen. Im Inneren. Bei dir selbst. Ein Tropfen, der dich einen Moment hält.

8. Begleite mich

Weitere Tropfen werden folgen.

Wenn du sehen möchtest, wie sie entstehen, begleite mich gern ein Stück: in meiner „Kunstpause“ – meinem Newsletter.

Deine monatliche Pause vom Alltag durch Kunst. Ein Moment des Innehaltens. Ein Raum, in dem du nicht funktionieren musst. In meinem Newsletter gebe ich Einblicke in meinen künstlerischen Prozess und zeige Details, die sonst verborgen bleiben. Ich schreibe über das, was zwischen den Bildern geschieht: über Verbundenheit, über Stillstand, über Langsamkeit.

Zweimal im Jahr entsteht für dich ein digitales Atelierblatt, eine besondere Edition von mir signiert.

Schichten werden Träume. Und manchmal halten Farben.

Von Katrin

ÜBER MICH: "Schichten werden Träume" – das ist meine Methode und meine Kunst. Drei Werte leiten mich: Verbundenheit, Langsamkeit und Stillstand. Sie inspirieren meine künstlerischen Mixed-Media-Serien. Die bekannteste ist "It's growing": 100 imaginäre Pflanzenarten werde ich erschaffen. Wo Arten verschwinden, lasse ich neue wachsen. Jede Pflanze entsteht in meiner "Traumschicht Methode" – Schicht für Schicht, durch Fotografie, Malerei, Collage und experimentellen Druck. In meinem Blog teile ich die Geschichten hinter den Bildern, gebe Einblicke in meinen Alltag als Künstlerin und Mutter und zeige den Weg zu 100 neuen Pflanzen. Mehr über mich findest du hier!

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