Verbundenheit – Der rote Faden durch meine Kunst

Veröffentlicht am Kategorisiert als Meine kreativen Werke

Wenn ich heute auf meine künstlerische Arbeit schaue, erkenne ich ein Muster, das mir lange verborgen blieb: Ein roter Faden zieht sich durch alle meine Bilder und Serien. Er hat nichts mit Technik oder Stil zu tun, sondern mit Haltung.

Mit Verbundenheit.

Diese Verbundenheit entstand nicht auf einen Schlag. Sie ist gewachsen: über Jahre, durch Pausen hindurch, aus Erinnerungen, Orten und Beziehungen. Und durch meine Rückkehr zur Kunst nach einer langen Unterbrechung von 15 Jahren. Erst im Rückblick lässt sich dieser Zusammenhang erzählen.

Dieser Text folgt einem chronologischen Weg. Nicht als Erfolgsgeschichte, sondern als Annäherung.

1. Der Anfang liegt vor der Kunst – Drei Anker

Bevor es Serien gab, Bilder oder Begriffe, gab es Dinge, die mich geprägt haben. Drei davon begleiten mich bis heute:

  • Mein blauer Malerkittel stammt aus meiner frühen künstlerischen Zeit. Er hat eine fünfzehnjährige Kunstpause überstanden und ist mit mir zurückgekehrt. Farbreste, Abnutzungen, Spuren – er trägt Erinnerung und Identität in sich.
  • Das Buch „Blumen- und Blütenzauber“ meiner Großmutter steht für meine frühe, selbstverständliche Verbundenheit zur Natur – zu Formen und stiller Aufmerksamkeit. Lange bevor ich Kunst machte, war diese besondere Wahrnehmung für Blumen im Garten meiner Oma und in diesem Buch bereits angelegt.
  • Meine Schwarz-Weiß-Fotografie „Pure Magie“ aus dem Botanischen Garten Dresden zeigt einen Moment des Innehaltens, des genauen Hinschauens. Weniger das Motiv zählt als der Augenblick selbst. Ich sehe es als Schlüsselbild für meine Pflanzenliebe.

Diese drei Dinge sind wertvolle Anker für mich. Sie verbinden Leben und Arbeit, Vergangenheit und Gegenwart, leise und zuverlässig bis heute.

Über diese drei Dinge habe ich ausführlicher in meinem Blogartikel „3 wertvolle Dinge, auf die ich nicht verzichte“ geschrieben.

2. Orte und Erinnerungen – Dresden im Herzen

Meine erste größere Werkserie entstand lange vor meiner Kunstpause. „Dresden im Herzen“ ist geprägt von der Stadt und ihrer Umgebung, wo ich studiert und gelebt habe. Doch auch hier ging es weniger um Architektur als um Bewahren von Erinnerungen.

Die Arbeiten zeigen innere Landschaften: Stimmungen, Fragmente, Überlagerungen. Schon damals arbeitete ich mit Schichtung – nicht nur mit „digitalen Pinseln“, sondern auch inhaltlich. Verschiedene Zeitebenen treffen aufeinander.

Heute, mit Abstand, sehe ich diese Serie als frühen Ausdruck von Verbundenheit mit einem Ort und einer Lebensphase. Dresden ist darin kein fixer Punkt, sondern ein Resonanzraum. Die Arbeiten tragen etwas in sich, das geblieben ist, auch wenn sich Technik und Blick später verändert haben.

Auf den Bildern:

  • das Moritzburger Schloss mit Pferden
  • ein Elbdampfer vor der Kulisse der Yenidze und Heißluftballons im Hintergrund
  • das Blaue Wunder, eine filigrane Brücke, die die Elbe überspannt, zusammen mit dem Fernsehturm

3. Rückkehr nach der Pause – Wiegenlieder der Nacht

Nach meiner fünfzehnjährigen Kunstpause kehrte ich nicht über ein Konzept zur Kunst zurück, sondern über ein Gefühl, über Nähe. „Wiegenlieder der Nacht“ markiert den Beginn meiner erneuten künstlerischen Praxis.

Diese Serie zeigt meine schlafenden Kinder. Es sind fragile, stille Momente zwischen Wachsein und Traum. Die Bilder entstehen aus Präsenz heraus: aus gemeinsamem Dasein, aus Schutz, Liebe und Vertrauen.

Verbundenheit zeigt sich hier in ihrer intimsten Form. Nicht als Thema, sondern als Zustand. Die Nacht wird zu einem geheimnisvollen Raum, in dem nichts gefordert wird. Die Bilder sind zurückgenommen, ruhig, beinahe zeitlos.

Mit dieser Serie begann ich wieder künstlerisch zu gestalten. Nicht um etwas zu beweisen, sondern um etwas zu bewahren.

Die Bilder:

  • „Stille“
  • beim Malen von „Geborgenheit“
  • „Eingeschlafen“

4. Öffnung und Wachstum – It’s growing

Aus dieser inneren Nähe heraus öffnete sich meine Arbeit erneut nach außen. Die Serie „It’s growing“ beschäftigt sich mit Pflanzen, Wachstum und natürlichen Prozessen.

Hier weitet sich Verbundenheit. Sie richtet sich auf Zyklen, auf Veränderung, auf Zeit. Pflanzen wachsen nicht linear. Sie reagieren, passen sich an, pausieren. Dieses Prinzip prägt auch meinen Arbeitsprozess.

In meiner Mixed Media Art, die du auch in der Serie „Wiegenlieder der Nacht“ findest, entstehen Schichten. Ich habe meine persönliche Herangehensweise beim Gestalten als „Traumschicht Methode“ bezeichnet. Diese Schichten überarbeite ich und lege sie teilweise wieder frei. Meine Bilder sind nicht geplant. Sie entwickeln sich. Wachstum ist kein Ziel, sondern ein Geschehen.

Die Bilder:

  • „Fröhliche Tropfen“
  • „Voller Wunder“
  • „Rote Feder“

5. Verbundenheit als Haltung

Wenn ich diese Stationen nebeneinanderlege, wird deutlich: „Verbundenheit“ ist für mich kein abgeschlossenes Thema. Sie ist eine Haltung, die sich wandelt und dennoch bestehen bleibt.

Sie zeigt sich im Konkreten – in Dingen, in Räumen, im Zwischenmenschlichen – und findet ihren Weg in meine Bilder und Serien. Manchmal leise, manchmal deutlich, aber immer getragen von Zeit und Erfahrung. Sie braucht Pausen, Abstand und Wiederannäherung.

Meine Kunst entsteht nicht aus schnellen Antworten. Sie wächst langsam, Schicht für Schicht, in einem ruhigen, meditativen Prozess. Vielleicht laden meine Arbeiten gerade deshalb zum Verweilen ein. Sie erzählen nicht von fertigen Ergebnissen, sondern von Wegen, die sich entwickeln – und von der Möglichkeit, sich selbst darin verbunden zu fühlen.

„Verbundenheit“ ist ein Teil meiner künstlerischen Haltung, „Stillstand“ ein ebenso wichtiger. Mehr dazu findest du in meinem Blogartikel „Stillstand als Teil meiner künstlerischen Haltung“.

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Von Katrin

ÜBER MICH: "Schichten werden Träume" – das ist meine Methode und meine Kunst. Drei Werte leiten mich: Verbundenheit, Langsamkeit und Stillstand. Sie inspirieren meine drei künstlerischen Mixed-Media-Serien. Die bekannteste ist "It's growing": 100 imaginäre Pflanzenarten werde ich erschaffen. Wo Arten verschwinden, lasse ich neue wachsen. Jede Pflanze entsteht in meiner "Traumschicht Methode" – Schicht für Schicht, durch Fotografie, Malerei, Collage und experimentellen Druck. In meinem Blog teile ich die Geschichten hinter den Bildern, gebe Einblicke in meinen Alltag als Künstlerin und Mutter und zeige den Weg zu 100 neuen Pflanzen. Mehr über mich findest du hier!

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