Mein Jahresmotto: Keep smiling and creating – oder doch u.v.m.?

Veröffentlicht am Kategorisiert als Persönliches

Im Alltag stoße ich immer wieder auf Momente, die so absurd erscheinen, dass sie kaum jemand für möglich halten würde. Ein Bus auf dem Parkplatz einer Supermarktkette? Ein Notizzettel, der als Speisekarte dient? Solche merkwürdigen Details ziehen meine Aufmerksamkeit an. Ich betrachte sie als kleine Abenteuer des Alltags und verwandle sie in Geschichten, die sich zwischen Phantasie und Wirklichkeit bewegen und die ich liebe zu erzählen. Mein Mann und mein ältester Sohn wissen genau, was ich meine, wenn ich sage „Dazu kenne ich eine Geschichte…“. Hier ist eine solche Geschichte:

1. Ein unerwarteter Halt

Erschöpft stieg ich in den Schienenersatzbus. Anders als gewohnt lauschte der Busfahrer nicht seinem Radio. Stattdessen konzentrierte er sich auf sein Navigationssystem. Während ich in Gedanken versunken war und die vertrauten Straßen vorbeizogen, spürte ich plötzlich, wie der Bus mit einem abrupten Ruck stehen blieb. Ich blickte auf und stellte überrascht fest, dass wir mitten auf dem Parkplatz unseres Supermarktes im Städtchen zum Stehen gekommen waren. Verwirrung breitete sich unter den Fahrgästen aus, und ich fragte mich, warum wir hier angehalten haben.

Mein Sitznachbar, ein aufgeregter Mann mit einem großen Becher Kaffee in der Hand, erklärte mir hastig: „Der Fahrer hat zu früh abgebogen! Jetzt hat er in der Hauptverkehrszeit das Chaos auf dem Parkplatz angerichtet!“.

Und tatsächlich, wir standen mitten im Gewühl: Autos drängten sich um uns herum. Einige versuchten verzweifelt, den Parkplatz zu verlassen. Andere wollten gerade erst einfahren. Die meisten Parklücken waren besetzt.

Während der Busfahrer verzweifelt versuchte, den Bus in die richtige Richtung zu lenken, entglitten den Passagieren die Nerven. Es gab eine bunte Mischung aus empörten Kommentaren und schallendem Gelächter. Manche beschwerten sich über die Verspätung und weitere amüsierten sich köstlich – es war wie ein Fernsehprogramm auf Rädern! „Das nächste Mal nehmen wir lieber das Fahrrad!“, rief jemand.

Wir schauten zu, wie unser Fahrer versuchte, das Unmögliche möglich zu machen.

2. Ein Notizzettel lädt zum Träumen ein

Endlich schaffte es der Busfahrer, den Parkplatz zu verlassen. Als wir wieder auf der Straße waren, brach ein begeisterter Applaus unter den Passagieren aus. Ich atmete erleichtert auf; bald würde ich aussteigen und wegen der Ersatzhaltstelle etwas länger nach Hause laufen.

Nach einem intensiven Arbeitstag wie diesem hatte ich nur einen Wunsch: schlafen. Nichts zählte mehr, bis ich an einem kleinen Lokal vorbeikam. Ein winziges Detail fiel mir sofort ins Auge. Am Fenster hing ein abgerissener Notizzettel, auf dem in krakeliger Schrift stand: „Frischer Salat, Plinsen u.v.m.“.

Der Zettel war leicht zerknittert, und ich staunte. War das etwa die Speisekarte? Eine unerwartete Neugier ergriff mich, und ich trat einen Schritt näher. „Und vieles mehr“ eröffnete unendliche Möglichkeiten! Welche Geheimnisse könnten mir in diesem kleinen Lokal serviert werden?

3. Kreative Pläne entstehen

Zu Hause angekommen, erzählte ich meinem Mann nicht von meinem Busabenteuer, „dem besonderen Mehr“ auf dem Parkplatz. Ich vergaß es ganz und gar, sondern ich erzählte von „diesem Mehr“, das das Lokal inmitten unseres Städtchens anbot. „Stell dir vor, im neuen Lokal gibt es frischen Salat, Plinsen und vieles mehr! Wollen wir das ausprobieren?“ Sofort begannen wir, Pläne zu schmieden. „Spätestens am Valentinstag besuchen wir es.“, waren wir uns einig.

„Was könnte sich hinter dem „U.v.m.“ verbergen?“, fragte ich neugierig. „Vielleicht ein mediterraner Salat mit Feta, Oliven und getrockneten Tomaten? Oder süße Plinsen mit Honig, Früchten und einem Hauch Zimt? Und was ist mit hausgemachtem Eis in Geschmacksrichtungen wie Lavendel oder Matcha?“

Wir entwarfen eine bunte Speisekarte, die ganz nach unseren Vorlieben gestaltet war. Die Vorstellung, dieses Neue zu entdecken, ließ meine Müdigkeit schnell verfliegen.

4. Kein neues Motto

Meine Begeisterung war so groß, dass ich plötzlich begann, an meinem neuen Jahresmotto für 2026 „Keep smiling and creating“ zu zweifeln, das ich bereits in meinem „Jahresrückblick 2025“ verkündet hatte. Nun dachte ich sogar darüber nach, es in „Keep smiling and creating u.v.m.“ – genau in dieser Schreibweise – umzuwandeln.

Doch mein ursprüngliches Motto blieb, denn mein Alltag verlor unerwartet seinen Zauber: In der nächsten Woche kam ich an meinem neuen Lieblingslokal vorbei, und der Zettel war verschwunden! Stattdessen hing dort nur noch eine gewöhnliche Speisekarte. Sie war fast identisch mit der des Lokals X, das 500 Meter entfernt ist. Und sie ähnelte auch der Karte des Lokals Y, das 1,5 Kilometer weiter weg liegt.

Ich war enttäuscht. Das „U.v.m.“ hatte so viel versprochen, und nun war es einfach weg. Ich sehnte mich noch immer nach den Möglichkeiten, die mir der Zettel in Aussicht gestellt hatte. Der Verlust dieser besonderen Speisekarte ließ mich darüber nachdenken, wie wichtig es ist, die kleinen Überraschungen und Chancen im Leben zu entdecken. Sie sind da – die Kunst besteht darin, sie zu erkennen, selbst wenn sie rasch wieder verschwinden.

Mit Freude dabei: Keep smiling and creating – Dieses Lieblingsfoto machte Feri. (Link im Bild)

5. Experimentelle Kunst: Mein „U.v.m.“

Erst dann wurde mir bewusst, dass ich selbst die Schöpferin des „U.v.m.“ war. Schließlich hatte ich die Vielzahl der appetitlichen Gerichte auf meiner eigenen Speisekarte durch meine Phantasie herbeigeführt.

Und nicht nur dort. Nutze ich nicht auch das Spiel der Möglichkeiten, wenn ich meine eigenen Kunstwerke gestalte? In meiner kreativen Arbeit geht es darum, zu experimentieren und mit spielerischer Leichtigkeit neue Wege zu entdecken. Fehler zu machen und in Sackgassen zu geraten, bedeutet nicht, dass das Bild verloren ist. Der kreative Prozess geht weiter, und genau das macht ihn für mich spannend. Welchen ungewöhnlichen Weg werde ich intuitiv wählen, um das Kunstwerk weiterzuentwickeln und zu vollenden?

Kurz gesagt: Es gibt kein Falsch. Beim künstlerischen Schöpfen ist alles möglich. Das „U.v.m.“ ist nicht nur eine Abkürzung auf einer ungewöhnlichen Speisekarte, sondern ein wesentlicher Teil meines kreativen Schaffens.

Neulich stieß ich auf das „Fingerzeige-Kartenset“ und zog die Karte: „Ich wähle das Wunder. Das Wunder wählt mich.“. Dieses Wortspiel beschreibt treffend meine künstlerische Herangehensweise, die ich als „Traumschicht-Methode“ bezeichne, die du in meinem Blogartikel „Im Fokus: Die ‚Traumschicht Methode‘ – Mein persönliches Kunstverfahren“ entdecken kannst. Ich finde, das Wortspiel vermittelt das Ganze sogar schöner, nämlich noch poetischer. Aus dem Wundern, das mich jedes Mal beeindruckt, wenn ich Bilder gestalte, entstehen meine geheimnisvollen Traumschicht-Bilder.

6. Lächeln und gestalten

Auf keinen Fall wird es ein neues Jahresmotto geben. „Keep smiling and creating“ bleibt mir für ganze 365 Tage erhalten. Ich werde lächeln und gestalten. Auch wenn das verführerische und trügerische „U.v.m.“ verschwunden ist, gibt es andere, neue, bunte Möglichkeiten – sowohl in meiner Kunst als auch in meinem Alltag. Kreativität benötigt kein „U.v.m.“. Ohne „U.v.m.“ wird es sogar kreativer. Die Möglichkeiten sind scheinbar endlos, um Träume sichtbar zu machen.

7. Was mein Motto bedeutet

„Keep smiling and creating“ ist ein positives Motto, weil:

  • Das Lächeln Freude symbolisiert: Es erinnert mich daran, auch in anstrengenden Zeiten eine positive Einstellung zu bewahren.
  • Es meine Kreativität fördert: „Creating“ ermutigt mich, weiterhin kreativ zu sein und neue Werke sowie Serien zu schaffen. Es betont die Wichtigkeit, meine künstlerische Praxis fortzusetzen und mich von meinen Ideen leiten zu lassen.
  • Es mein kreatives Selbstvertrauen stärkt: Das Motto hilft mir, an mich selbst zu glauben und meine künstlerischen Fähigkeiten zu schätzen, während ich Freude am Schaffensprozess habe.
  • Es eine Verbindung zur Welt schafft: Lächeln bedeutet, meine Kunst mit anderen zu teilen und positive Beziehungen zu Kunstliebhabern aufzubauen. Es ermutigt mich, meine Kreativität als Geschenk zu sehen, das ich mit der Welt teile.
  • Es meine Resilienz weiterentwickelt: Das Motto erinnert mich daran, dass kreatives Schaffen oft mit Höhen und Tiefen verbunden ist. Ein Lächeln kann helfen, die Herausforderungen des künstlerischen Lebens zu meistern.

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Von Katrin

ÜBER MICH: "Schichten werden Träume" – das ist meine Methode und meine Kunst. Drei Werte leiten mich: Verbundenheit, Langsamkeit und Stillstand. Sie inspirieren meine künstlerischen Mixed-Media-Serien. Die bekannteste ist "It's growing": 100 imaginäre Pflanzenarten werde ich erschaffen. Wo Arten verschwinden, lasse ich neue wachsen. Jede Pflanze entsteht in meiner "Traumschicht Methode" – Schicht für Schicht, durch Fotografie, Malerei, Collage und experimentellen Druck. In meinem Blog teile ich die Geschichten hinter den Bildern, gebe Einblicke in meinen Alltag als Künstlerin und Mutter und zeige den Weg zu 100 neuen Pflanzen. Mehr über mich findest du hier!

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