Warum Verbundenheit Zeit braucht

Veröffentlicht am Kategorisiert als Kreatives Gestalten 2 Kommentare zu Warum Verbundenheit Zeit braucht

Verbundenheit ist das Herzstück meiner Kunst. Es ist mein Thema, das kontinuierlich gewachsen ist, trotz Pausen. Heute erscheint mir „Verbundenheit“ wie eine künstlerische Haltung, die alles durchzieht, was ich tue.

Aber Verbundenheit entsteht nicht auf Knopfdruck. Sie braucht Zeit, viel Zeit. Hier erkläre ich dir, warum.

1. Weil Beobachten nicht gehetzt werden kann

Wenn ich im Wald herumstreife, hetze ich nicht. Ich gehe langsam. Ich bleibe stehen. Und ich schaue. Manchmal sehe ich einen Schmetterling, der sich auf einem Blatt niederlässt. Wenn ich gehetzt wäre, würde ich ihn übersehen. Aber weil ich Zeit habe, sehe ich ihn. Er findet später seinen Weg in mein Bild.

Diese Art des Schauens braucht Zeit. Ich kann sie nicht beschleunigen.

Beim Herumstreifen
Eingeschlafen

2. Weil Schichten langsam wachsen müssen

Meine Bilder entstehen in Schichten. Ich trage eine Schicht auf. Dann warte ich: einen Tag oder eine Woche. Dann kommt die nächste Schicht. Wieder warten.

Das kann nicht schneller gehen. Wenn ich hetze, verliert das Bild seine Tiefe. Die Schichten brauchen Zeit, um sich zu setzen – wie bei einem Baum, der nicht schneller wächst, nur weil wir es wollen.

Meine „Traumschicht Methode“ funktioniert nur, wenn ich mir diese Zeit nehme.

3. Weil Natur ihr eigenes Tempo hat

Pflanzen wachsen nicht linear. Sie pausieren im Winter. Sie wachsen im Frühling. Sie folgen ihrem eigenen Rhythmus.

So arbeite ich auch. Manchmal gestalte ich viel. Manchmal gar nicht. Manchmal steht ein Bild wochenlang in der Ecke, weil es noch nicht fertig ist – und ich noch nicht weiß, wie es weitergeht.

Ich zwinge nichts. Ich folge dem Rhythmus der Natur. Und das braucht Zeit.

4. Weil echte Verbundenheit Stille braucht

Seit über 30 Jahren praktiziere ich Yoga und Meditation. Das hat mich gelehrt: Echte Verbindung entsteht in der Stille.

Wenn ich abends meine Bilder gestalte und meine Kinder schlafen, ist es still. In dieser Stille spüre ich, was das Bild braucht. Ich bin vertieft und höre auf meine Intuition.

Diese Stille kann ich nicht erzwingen. Sie kommt, wenn ich mir Zeit nehme.

5. Weil Langsamkeit meine Form von Aufmerksamkeit ist

Sten Nadolny hat in seinem Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ beschrieben, wie ein Mensch, der langsamer ist als andere, genau deshalb tiefer sieht. Sein Protagonist John Franklin bewegt sich bedächtig durch die Welt und kann dadurch besser spüren, was wichtig ist. Er bekommt das Gefühl, tiefer zu verstehen und sich hineinzufühlen.

Wer langsam ist, hat Zeit zu überlegen, und wer Zeit hat, versteht mehr.

Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit

So ist es auch in meiner Kunst. Weil ich mir Zeit nehme, sehe ich mehr, was mir wichtig ist. Weil ich nicht hetze, entstehen Verbindungen. Langsamkeit ist keine Schwäche. Sie ist eine Form der Aufmerksamkeit.

Und Verbundenheit entsteht nur dort, wo Aufmerksamkeit ist.

6. Was das für dich bedeuten kann

Wenn du vor einem meiner Bilder stehst, siehst du meine Zeit. Du siehst die Wochen, in denen Schichten gewachsen sind… die stillen Abende, wenn meine Kinder schlafen… die Spaziergänge im Wald, wo der Schmetterling auf dem Blatt saß… die Jahre seit Dresden, durch Pausen hindurch, bis heute. Doch meine Bilder sind mehr als das.

Sie öffnen einen Raum, in dem du in Beziehung treten kannst, mit dem, was du siehst, und mit dem, was in dir aufsteigt. Zu fühlen, statt nur zu betrachten.

Aber vor allem öffnet sich ein Raum. Ein Raum, in dem du spüren kannst, was in dir ist. In dem Erinnerungen aufsteigen. In dem du merkst, welche Orte dich prägen, welche Beziehungen dich tragen, wie die Natur dich berührt. Ein Raum, in dem du nicht funktionieren musst und in dem du einfach sein darfst – verbunden mit allem, was du bist. Meine Bilder helfen dir, deine eigene Verbundenheit zu finden.

Von Katrin

ÜBER MICH: „Einssein von Kunst und Natur“ – das ist meine Philosophie, die meine Mixed-Media-Kunstwerke prägt. In meinen Blogartikeln teile ich wertvolles Wissen und tiefgreifende Einsichten. Du entdeckst kreative Techniken, erhältst inspirierende Impulse und erfährst spannende Hintergründe zu meinen Bildern. Zudem ermögliche ich Einblicke in meinen kreativen Familienalltag als Künstlerin, Bloggerin und Mama. Schon in meiner Kindheit war ich künstlerisch aktiv. Mein Kunststudium sowie meine Erfahrungen als selbstständige Künstlerin und Lehrerin haben meine Leidenschaft weiter vertieft. Seit Sommer 2025 gebe ich meine Gedanken und Anregungen in meinem Blog an dich weiter. Lass dich von der Schönheit, Vielfalt und Magie von Kunst und Natur inspirieren - in meinen Kunstwerken und meinen Blogartikeln! Mehr über mich findest du hier!

2 Kommentare

    1. Herzlichen Dank, lieber Frank!
      Kreativität zeigt sich in vielen Facetten.
      Schau gern wieder vorbei! Ich freue mich darauf.

      Kreative Grüße aus dem Atelier sendet dir
      Katrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: Content is protected !!